Berlins Geschichte
Berlins Wurzeln können bis ins 5. und 6. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Erst im 13. Jahrhundert, mit der Vertreibung der Slawen durch den ansässigen sächsischen Baron werden die beiden Orte, welche die Keimzellen des späteren Berlins bilden, urkundlich erwähnt. Hier beginnt die Geschichte von Berlin … Berlin und CöllnAbgesehen von einem gemeinsamen Rathaus behielten die beiden Städte in der Folge ihre Eigenständigkeit. Sie lagen auf einem der wichtigsten Handelswege gen Osten. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches setzte 1411 Friedrich von Hohenzollern als Oberhaupt einer Dynastie ein, die Berlin mehr als 500 Jahre regierte. Berlin-Cölln wurde von einer Reihe verheerender Katastrophen heimgesucht, unter anderem von der großen Pest und dem 30-jährigen Krieg. Ab 1640 regierte Friedrich Wilhelm von Brandenburg in Berlin. Er wurde bekannt als der große Kurfürst. Unter seiner Herrschaft wurde die Infrastruktur der Stadt massiv ausgebaut und so einer Hauptstadt würdig. Er erkannte auch den Wert einer kosmopolitischen Bevölkerung, weshalb er Juden und süddeutschen Katholiken den Schutz der Stadt durch Einbürgerung anbot. Die Stadt wurde außerdem wiederbelebt als erfahrene Handelsleute ankamen (die verfolgten Französischen Hugenotten) und somit die Bevölkerungszahl von 20.000 auf 25.000 erhöhten. BerlinFriedrich der Dritte übernahm 1709 die Herrschaft von seinem wenig betrauerten Vater Friedrich dem Zweiten und erbte somit eine Garnisonsstadt. Er vereinigte die Stadt unter einem Namen: Berlin und wurde König von Preußen. Während er noch anfangs das Land mit einer liberaleren Hand führte, griff er doch bald auf Taten zurück, die eigentlich eher seinem Vater ähnelten – dieser war bekannt als “Soldatenkönig”. Während seiner Herrschaft war Preußen in verschieden Kriege verwickelt, unter anderem in den Siebenjährigen Krieg, der schließlich mit britischer Hilfe und einem Wegfall der Allianz zwischen Russland und Frankreich gewonnen wurde. Unter seiner Herrschaft erblühte das kulturelle Berlin und auch die berühmte Straße “Unter den Linden” ist während dieser Zeit entstanden. Nach Friedrichs Tod ließ Berlin stark nach und fand sich 1806 unter unwillkommener französischer Besetzung durch Bonaparte wieder. Die Franzosen erzwangen eine Staatsreform und die Bevölkerung formierte einen Aufstand, in dem der deutsche Geist und die deutsche Traditionen zelebriert wurden. Aus dieser Bewegung heraus wurde die Idee eines vereinigten Deutschlands geboren (dies geschah dann 1871). Napoleons Regierungszeit endetet im Jahre 1813 und erneut wurde die Siegesgöttin mit ihrem Streitwagen auf das Brandenburger Tor gesetzt. Preußen erlangte Gebiete, die wertvolle Eisen- und Kohlevorkommen vorweisen konnten, somit begann der Aufstieg der Industriealisierung Berlins. 30 Jahre lang herrschte Frieden, aber dann forderten die Berliner, beeinflusst durch revolutionäre Bewegungen, die Europa überrollten und durch die Schriften von Karl Marx, ein Mitbestimmungsrecht ihrer Angelegenheiten. Nach einer gescheiterten Revolution im Jahre 1848, gaben die Berliner entweder den Kampf auf oder sie gingen ins Exil. Friedrichs Nachfolger war sein Bruder, der Otto von Bismark als Kanzler einsetzte. Berlin wuchs weiter und entwickelte sich zu einer modernen weltoffenen Stadt. Trotz größter Bemühungen war Berlin weiterhin von Natur aus liberal mit freier Presse. Außerdem wurden weiterhin liberale Vertreter in den Reichstag gewählt, der 1871 das Parlament für das gesamte vereinigte Deutschland darstellte. Die Verstädterung war der eigentliche Grund für den Aufstieg der SDP, als sich Berlins Bevölkerung zwischen 1890 und 1900 auf zwei Millionen Einwohner verdoppelte. Tausende von Mietblöcken und deren schlechter Zustand bildeten die Grundlage für die Hauptgegner des Reichstages. In den 90ern des 18. Jahrhunderts fegte ein Rüstungswettlauf über Europa hinweg, Bündnisse wurden eingegangen, die schließlich im 1. Weltkrieg endeten. Überall wurde der Krieg von Bürgern begeistert begrüßt, alle wurden von patriotischen Gefühlen ergriffen. Die Parteien Deutschlands wählten zugunsten der Kriegsdarlehen. Nachdem 350.000 Berliner während der Kämpfe gestorben waren, richteten sich die Meinungen gegen den Krieg und 19 Mitglieder der SDP zogen ihre Unterstützung für den Krieg zurück und gründeten eine neue Partei – nach verschiedenen Bündnissen entstand hieraus die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands). Kurz vor Ende des Krieges erschuf Erich von Ludendorff, als er begriff, dass für die Alliierten das alte absolutistisches System keine Verhandlungsgrundlage sei, eine Demokratie, in der der Kanzler dem Reichstag Bericht erstatten würde und nicht mehr dem Kaiser. Für die Berliner war dies ein bisschen zu spät. Im Jahre 1918 gingen die Berliner auf die Straße, Kaiser Wilhelm II dankte ab und Deutschland wurde eine Republik. Die Wahlen von 1919 festigten die SPD als neue politische Führung und eine nationale Verfassung wurde erlassen, die von Extremisten beider politischer Seiten brutal attackiert wurde. Es waren diese Rückschläge durch die geteilte öffentliche Meinung, geteilte Interessen und eine angreifbare Koalition, die den Nazis die Möglichkeit zum Aufstieg gaben. Kriegsreparationen bestimmten die Wirtschaft der frühen 20er und das Leben der Deutschen Bevölkerung. Die untragbaren ökonomischen Bedingungen riefen Unruhe und Aufruhr hervor; sie erreichten ihren Höhepunkt während des gescheiterten Putsches – welcher von ehemaligen Offizieren der Armee angezettelt wurde, einer seiner Anführer erlangte kurz darauf Bekanntheitsgrad - Adolf Hitler. Der Plan Dawes (man erkannte, dass nur ein blühendes Deutschland die Auflagen seiner Kriegsreparationen erfüllen konnte) ließ Deutschland aufatmen und es flossen Kredite ins Land die der Wirtschaft zu einem Aufschwung verhalfen. Im Jahre 1926 ernannte Hitler Joseph Goebbels zum Bezirksleiter und da dieser die Braunhemden beherrschte, kontrollierte er ein Jahrzehnt der Gewalt, als diese schließlich die Straßenkämpfer der Nazis wurden. 1929 dann der Zusammenbruch der Wall Street, welcher den amerikanischen Investitionen in Deutschland ein plötzliches Ende bereitete. Armut kehrt ins Land zurück, zusammen mit Gewalt und Straßenkämpfen. Weil Hitler die Angst vor einem Rückfall in die anarchische und kommunistische Gesellschaft der 20er für sich zu nutzen wusste, konnte er bei den Präsidentschaftswahlen 1932 zwar 13.5 Millionen Stimmen für sich gewinnen, aber Hindenburg gewann schließlich mit einer absoluten Mehrheit. Die Parlamentswahlen im Juli waren durch eine nie da gewesene Gewalt angeschlagen und die Nazis gingen aus dieser Wahl als größte Partei im Reichstag hervor. Mit dieser neugewonnen Macht wurden die Übergriffe auf die jüdische Gemeinschaft häufiger und gewalttätiger. Hindenburg wagte ein politisches Glücksspiel, indem er Hitler als Kanzler einsetzte, damit die Nazis sich selbst als regierungsunfähig darstellen konnten - für Berliner war dies ein trauriger Tag, da dreiviertel der Stadt bei den letzten Wahlen gegen die Nazis gestimmt. Durch Manipulation des Reichstages und mit Hilfe des Ermächtigungsgesetzes, erreichten die Nazis die vollständige Macht und Hitler vereinte die Funktion des Präsidenten und Kanzlers. Folglich erklärte er sich selbst zum Führer – eine absolute Diktatur. Hitler nutzte weiterhin seine Macht aus, indem er Oppositionen verbot und Gruppen wie Kirchenangehörige, Freimaurer, politisch unzufriedene Leute und Andersdenkende verfolgte. Am 11. Mai 1934 wurde die Verbrennung von tausenden Büchern, die nicht mit der Weltanschauung der Nazis übereinstimmten, zum Symbol der unterdrückenden Taktiken der Nazis. Eine weiter große Nacht der Nazis war die Kristallnacht – der Boykott jüdischer Geschäfte wandelte sich in blanke Attacken. Das wiederum führte dazu, dass jüdisches Eigentum konfisziert wurde, und dass das Leben der Juden gefährlich und schwierig wurde. Dies war nur ein Vorgeschmack des noch folgenden Grauens. Die Vorbereitungen der Nazis auf den Krieg dauerten die gesamten 30er Jahre über an und wurden außerdem von Hitler durch seine „Lebensraum“ - Außenpolitik (Land der Nachbarländer einnehmen) veranschaulicht. Im Jahre 1936 besetzte die deutsche Armee das Rheingebiet und, durch die Beschwichtigungspolitik seiner Handlungen seitens der Briten und Franzosen ermutigt, stellte Hitler weitere Ansprüche an polnisches Territorium. Ein aggressionsfreies Abkommen mit Russland verstärkte Hitlers Selbstbewusstsein noch mehr und nachdem Deutschland in Polen einmarschiert war, erklärten Britannien und Frankreich am 1. September 1939 Deutschland den Krieg. Berlin erlitt 363 Luftangriffe während der Kriegsjahre, 75.000 Tonnen Bomben wurden abgeworfen, die 35.000 bis 50.000 Menschen töteten und 1,5 Millionen zu Obdachlose machten. Am 8. Mai 1945 war der Krieg beendet und Berlin war eine Stadt der Verwüstung – mit insgesamt 125.000 Toten, Schlimmeres stand noch bevor. Die Besetzung war die Zeit der minimalen Rationierungen, des Zusammenbruchs der Landwirtschaft und der Industrie und dem Ausheben von Massengräbern um die Ausbrüche von Typus, TB und anderer, durch Hunger entstandener, Krankheiten zu bewältigen. Die Russen untermauerten bereits ihre Pläne für eine kommunistische Regierung, indem sie den zukünftigen Anführer der GDR Walter Ubricht in einer Verwaltungsstelle in Lichtenberg einsetzten. Im Jahre 1946 erfolgte dann die Zusammenführung der SPD und KPD, woraus später die kommunistische Partei entstand. Die gespannten Verhältnisse in den Berliner Zonen hielten an, da sich die Alliierten Kräfte weiterhin stritten und die Russen am 23. Juni vom Berliner Bürgermeister forderten, die Ostmark, als einziges gültiges Zahlungsmittel in der Stadt zu akzeptieren. Die darauffolgende Weigerung führte zur Russischen Blockade. Obwohl ein Berliner Politiker voraussagte, dass die Berliner mit allen Mitteln kämpfen würden, blieb der Versuch, alle Alliierten zu vertreiben, erfolglos. Amerikanische und britische Luftversorgung hielt die Berliner, trotz aller Unstimmigkeiten, für fast ein Jahr am Leben. 1949 erfolgte dann die Ernennung zweier Staaten; Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik. Berlin war somit offiziell geteilt. In den 50ern geschah das wirtschaftliche Wunder in West-Deutschland. Der Marshall Plan und Westdeutsche Finanzmittel verwandelten Berlin in ein Aushängeschild des Kapitalismus. Während Ost-Berlin solch einen Aufschwung nicht verzeichnen konnte, war West-Deutschland auf dem besten Wege eines der wirtschaftlich stärksten Länder Europas zu werden. Da Zehntausende Ost-Berlin verließen, um der wirtschaftlichen Not und der Kontrolle der Kommunisten zu entgehen, wurden drastische Maßnahmen eingeleitet und Berlin riegelte sich mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 selbst ab. Der Alltag kehrte zurück als beide Seiten der Stadt es schafften wieder ihrem normalen Tagesgeschäft nachzugehen, aber die Lebensverhältnisse waren sehr unterschiedlich. Die Aufmerksamkeit der internationalen Medien war jedoch nicht mehr die Stadt gerichtet. 1989 ist die Berliner Mauer gefallen und dieses Jahr wurde symbolisch auch das Jahr des Endes der kommunistischen Ära in Europa. Deutsche aus beiden Teilen der Stadt tranken Champagner miteinander und umarmten sich – Berlin sollte wieder eine Stadt werden. Kontaktieren Sie unsNutzen Sie unseren Call Back Service - Anfrage per e-Mail senden - Immobilienfragebogen ausfüllen
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